Sängerfest auf dem Himmelsfels

Am Pfingstmontag feierten viele hundert Menschen aus dem Kirchenkreis mit internationalen Gästen ein Sängerfest im christlichen Geist.

 

Zum ersten Mal fand am Pfingstmontag, 5. Juni 2017, in Spangenberg ein großes Sängerfest statt.

Die Idee dazu war vor zwei Jahren im Flugzeug auf der Rückreise von Estland entstanden: Eine Spangenberger Gemeindegruppe hatte ihre estnischen Partner in Räpina besucht und war vom dortigen Sängerfest mit vielen tausend Mitwirkenden so begeistert gewesen, dass bereits auf dem Heimweg der Wunsch laut wurde: So etwas in der Art wollen wir auch machen!

So trafen am 5. Juni 2017 gut 200 Sängerinnen und Sänger aus der Region und aus Chören aus Estland und Polen am Vormittag in der Spangenberger Altstadt ein. Dazu kamen etwa 50 Bläserinnen und Bläser. Gemischte Chöre, Gospelchöre und Bläser gaben in ihren jeweiligen Proben den gemeinsamen Stücken den letzten Schliff. Nach dem Mittagessen auf dem Marktplatz ging es in einem langen Zug durch die Stadt zum Himmelsfels. Dort fand als Höhepunkt des Tages das große gemeinsame Konzert der Chöre aus Estland, Polen und Nordhessen statt. Viele der gut 500 Konzert-Besucher kamen schon frühzeitig, um die bunten Bauwagen, die von Mosaiken gesäumten Wege, kreativ gestaltete Bauwerke und die wunderbare Aussicht vom Gipfelkreuz des Veranstaltungsgeländes aus zu genießen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Werner-Pfetzing-Stiftung bewirteten alle mit Kaffee und Kuchen.

Beim Konzert sangen alle Chöre sowohl einzeln als auch gemeinsam im großen Gesamtchor. Hier erklang erstmals die  Auftragskomposition „Mu süda“ von Professor André Schmidt, der nach dem Paul Gerhardt-Lied „Wach auf, mein Herz, und singe“ ein deutsch-estnisches Stück geschrieben hatte – in Anlehnung an die Partnerschaft der Kirchengemeinden Räpina (Estland) und Spangenberg.

Sängerin Njeri Weth brachte mit ihrem Gesang den Soul-und Gospel-Charakter einiger Stücke gut zum Ausdruck: beispielsweise im „Frühlingsquodlibet“ (Arrangement von Gunnar Eriksson), in dem die volkstümlichen Frühlingsmelodien der Chöre eine afroamerikanische Note bekamen, als Njeri Weth dazu „Isn´t She Lovely“ von Stevie Wonder sang. Oder beim mitreißenden Stück „Angels“, als der ganze Himmelsfels singend, klatschend und schnipsend in das moderne geistliche Lied einstimmte. Gegen Ende wurden die Stücke ruhiger, mit Rheinbergers „Abendsegen“ berührte noch einmal der große Gesamtchor das Publikum.

Mit dem Dank an die Veranstalter des Sängerfestes sprach Pröpstin Sabine Kropf-Brandau Publikum und Mitwirkenden aus dem Herzen: Das Miteinander von Sängern und Musikern unterschiedlicher Prägung, von Christinnen und Christen verschiedener Tradition – ganz im Geiste des Pfingstfestes – begeisterte und entließ fröhliche und inspirierte Menschen in den Abend.

 

Kathrin Mantey