Reformationstag 2017

Reformationstag 2017: ein Blick zurück für einen Blick nach vorne

Eine geschmückte Kirche, die Thesen des Reformators und viele seiner berühmten Sprüche an den Seiten aufgehängt, Besucher in historischen Gewändern, Essen nach traditionellen und modernen Rezepten, gespendet aus dem gesamten Dorf – und ein Bildnis des Reformators, gefertigt von Cornelia Ferchland. Das alles strahlte den Besuchern des Reformationstages 2017 in Kehrenbach entgegen und sehr viele folgten der Einladung.

Um 15.17 Uhr läutete der Kehrenbacher Türmer, Wilfried Eckert, mit 95 Glockenschlägen den Gottesdienst ein und ein voller Gesang zog sich anschließend durch die gesamte Kirche. Unter der Leitung von Franz Purkard trug der Gemischte Chor des FTSV 09 Kehrenbach Lieder aus dem „EGplus“, dem neuen Beiheft zum Evangelischen Gesangbuch vor, welches im Gottesdienst eingeführt wurde.  Die Rhythmen und Texte setzen Sänger und Gemeinde auf erfrischende Weise in Bewegung.

Jugendreferent Hans-Günter Späth brachte die Gemeinde mit Quizfragen zu Martin Luther in ein heiteres Raten um den Reformator, sein Leben und Denken.

Pfarrer Dr. Sadowski betonte in seiner Predigt, dass ein Leben im Glauben an Jesus Christus ohne Vorbedingungen und ohne Leistungen nicht immer leicht zu leben sei, weil es nicht mehr nach unseren Regeln, sondern nach Gottes Maßstäben verlaufe. Wenn das ganze Leben der Christen Buße sein soll (1. These Martin Luthers von 1517), dann sei dies eine Lebensaufgabe, die radikaler sei als ein Beichtgang, umfassender, weil Buße jetzt eine Haltung und Lebensaufgabe bedeute.

Nach dem Gottesdienst pflanzten die Konfirmanden des Jahrganges 2017/18 im Kirchgarten einen Apfelbaum. „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen“, soll Martin Luther einst gesagt haben.

Der Kirchenvorstand enthüllte anschließend eine neue Kirchenbank für den Kirchgarten mit einem Engel als Rückenlehne, gefertigt von Stefan Zupfer. Das benötigte Holz lieferten Carsten Oeste und Andreas Heinemann.

Bei Luther-Bier, allerlei Köstlichkeiten und wertvollen Gesprächen endete ein besonderer Reformationstag. Die Kirche erstrahlte in kirchentypischem Violett. Zu guter Letzt wurde Pfarrer Dr. Sadowski eine Thesenrolle mit den Thesen Luthers übergeben, die Claudia Wendel mit großer Mühe angefertigt hatte. Symbolisch wurde sie an der Kirchentür befestigt, als Erinnerung und vor allem als Mahnung eines ganzen Lebens als Buße.