Evangelisch-Sein und Reformation: Dekan Mecke im Gespräch

Dekan Norbert Mecke über Reformation und Evangelisch-Sein

im Gespräch mit der Gemeindebrief-Redaktion Wolfershausen-Brunslar-Deute

500 Jahre Reformation – Ein Grund zum Feiern?

 

Herr Dekan, bitte vervollständigen Sie die folgenden Sätze:

 

Den 31. Oktober 2017 sollte man feiern, weil…

(Mecke) …weil wir weder sprechen noch schreiben, glauben noch hoffen würden, wie wir es heute tun, wenn es Luther und die durch ihn angestoßene Reformation nicht gegeben hätte.

 

Ich bin evangelisch, weil …

 

(Mecke) …weil ich überzeugt bin, dass es durch und durch im Wortsinn von „Evangelisch“ eine gute Botschaft ist, dass Gott uns aus freien Stücken liebt, vergibt und befreit.

Nichts und niemand steht zwischen ihm und uns.

Es kommt allein auf seine Gnade, die er in Christus allen zeigt, und den Glauben daran, den er schenkt, an.

Wer´s wissen will: die Bibel hält es jedermann zugänglich fest.

 

Mir bedeutet das Wirken von Martin Luther …

 

(Mecke) Luther ist Vorbild in seiner Standhaftigkeit, sympathisch durch seine Schwäche und Selbstkritik, kraftvoll und klar in seiner Sprache:

einfach ein großes Zeichen dafür, wie Gotteserkenntnis einen Menschen formen, inspirieren und gewiss machen kann.

Als Pfarrer und Kirchenmusiker war er nah an den Menschen, hat sich eingemischt in die Politik und gelebt, was er im Glauben erkannt hat.

 

Ich finde, das sind Merkmale fürs „Evangelisch-Sein“:

 

(Mecke) Eigenständig und mündig den Glauben leben;

Freiheit und Weite schätzen, in die Glaube führt;

sich an Gottes Wort halten und damit eine Richtschnur und entscheidende Orientierung haben;

standhaft in Inhalten und beweglich in Formen sein.

 

 

Das wünsche ich der Evangelischen Kirche für die nächsten (500) Jahre:

 

(Mecke) …dass Kirche immer mehr darauf zu vertrauen, dass Gott sie baut als es den eigenen Programmen zuzuschreiben;

…besonders in Sachen Gottesdienstgestaltung und Verkündigung dem „Volk mehr auf´s Maul zu schauen“: eben gute Übersetzerin der guten Botschaft zu sein und bleiben;

…dass wir im Lutherjahr und danach nicht rückwärtsgewandt feiern, sondern in seinem Sinn Kirche nach vorne leben.